Schenk mir noch eine Woche mit Dir!

Heute lasse ich Euch teilhaben an meinem Abschied zu Raven am 26.1.2021

Schenk mir nur noch eine Woche mit Dir!

Unsere letzten gemeinsamen Wochen: Ich merkte, dass ihr Körper plötzlich abbaute.

Sie war nie krank, hatte immer viel Energie, nahm teil am Leben, das war für sie ungewöhnlich.

Ja in der letzten Zeit schlief sie immer länger, aber ihre Schwester Anjulie eben auch.

Mit 17 Jahren ist das aber auch normal, das ist ein Katzen Rentenalter.

Sie wurde dünner und ein Bluttest bei der Tierärztin ergab, ihre Werte waren die einer alten Katze, nicht berauschend aber auch nicht schlimm.

Die Zähne zu machen stand auf dem Plan und so machten wir den Termin für den 26.1.

Bis dahin waren es noch 2 Wochen und obwohl sie fraß und trank merkte ich, sie verabschiedet sich.

Eine Woche vor dem Termin, war ich mir so unsicher, ich wollte sie zum auf päppeln zur Tierärztin bringen, und wollte sie schon einpacken um los zu fahren.

Da sagte sie zu mir: Gib mir noch eine Woche Zeit mit Dir hier in unserem Zuhause, ich schaffe diese Zeit.

Ich habe auf sie gehört, sie bekam alles was sie wollte, sie hat jede Nacht auf einem Kuschelkissen neben meinem Kopf geschlafen, sie bekam jedes Futter was sie wollte.

Tief drinnen wusste ich, das war der Abschied.Ihre Schwester Anjulie kam 3 Nächte vor dem letzten Tag zu ihr, schlief die ganze Nacht bei ihr.

Heute weiß ich, sie waren so im Einklang es war ihr persönlicher Abschied. Danach hatte Anjulie damit abgeschlossen.

Die letzten 2 Nächte schlief Naidoo, unser Siamkater eng an sie gekuschelt, bei ihr, auch er hat sich verabschiedet.

Tiere wissen so viel mehr wie wir!

Am besagten Morgen des 26.1. sollten wir um 8.30 Uhr beim Tierarzt sein und ich nahm Pinuu mit.

Pinuu, der im früheren Leben die Katze Viola war, also die Mama von Raven.Beide waren auf der Rückbank im Auto, Raven im Kennel und Pinuu im Geschirr angeschnallt.

Ich wurde an diesem ganzen Tag so geleitet, ich habe alles bewußt gespürt, was zu tun war.

Pinuu küsste Raven zum Abschied, wir wussten alle, es wird keine Zahn OP geben.

Und so war es dann auch, Diagnose Tumore auf der Niere, kompletter Abbau des Körpers innerhalb kurzer Zeit und für mich und für Raven war klar, sie darf in Ruhe und Frieden ihren Körper verlassen.

Meine Katzen ruhen normalerweise in meinem Garten, aber ich wusste ja, Raven mag den Garten nicht.

Also habe ich das erste Mal ein Institut zur Einäscherung für Tiere angerufen und direkt für den gleichen Tag einen Termin gemacht.

Sie soll in einer Urne in ihrem Zuhause sein, das hat sie so geliebt.

So brachte ich Ravens Körper zuerst vom Tierarzt nach Hause, alle Tiere durften sich verabschieden.

Anjulie hat nur kurz reingeguckt in den Kennel, für sie war das Thema effektiv bearbeitet.

Pinuu ging immer wieder hin und schaute nach ihr, so fürsorglich.

Es ist so wichtig den Tieren diesen Moment zu geben, es ist ein würdiger Abschluß eines langen gemeinsamen Lebens.

Danach habe ich sie im Institut abgegeben, den Körper meiner geliebten Raven.

Die Seele von Raven habe ich nach oben begleitet, sie zeigte mir sofort ihren jungen fitten Körper und gab mir noch auf dem Weg die Botschaft: Ich komme wieder und bin auch dann die schönste schwarze Katze der Welt

Ich wollte eigentlich keine Katzen mehr, denn alle meine Katzen sind im Rentneralter und ich weiß, es werden noch viele Abschiede nahen.

Jetzt sind es nur noch 5 Katzen in meinem Haushalt. Wer jetzt denkt, das ist ja immer noch viel, Raven fehlt und es fühlt sich leer an.

Wenn sie wirklich wieder kommen will, dann ist mein Herz offen dafür.

Das gehört zum Leben mit Tieren dazu, viele Jahre Freude und dann aber der Abschied. Einige Menschen sagen, ich will kein Tier mehr, ich will den Schmerz des Abschiedes nicht mehr fühlen. Aber dieser Schmerz ist so kurz, dem gegenüber stehen viele Jahre der Freude.

Ich würde mich immer wieder für die Freude und die Liebe mit den Tieren entscheiden.

Danke Raven für Dein Sein in meinem Leben!

2 Kommentare zu „Schenk mir noch eine Woche mit Dir!“

  1. Wie schön und natürlich traurig.
    „Einige Menschen sagen, ich will kein Tier mehr, ich will den Schmerz des Abschiedes nicht mehr fühlen.“
    Und wie wahr: Aber dieser Schmerz ist so kurz, dem gegenüber stehen viele Jahre der Freude.
    Danke

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